Herisau – HCPH 4:2 (1:1/2:0/1:1)
Zuschauer: 193
Tore HCPH: 0:1 Emmenegger (Urech/Neurauter); 4:2 Neurauter (Baechler/ Vojakov)
Strafen: Herisau 6 x 2 Minuten, HCPH 7 x 2 Minuten + 1 x 10 min (Vrabec).
Der HCPH musste sich auswärts in Herisau trotz einer, über weite Strecken guten Vorstellung mit 4:2 geschlagen geben. Die Gäste erwischten einen ausgezeichneten Start, bestimmten zunächst das Spielgeschehen und erspielten sich zahlreiche hochkarätige Torchancen. Doch einmal mehr wurde die mangelnde Effizienz sowie das fehlende Quäntchen Glück im Abschluss zum Verhängnis. Während der HCPH seine Möglichkeiten ungenutzt liess, zeigte sich Herisau in den entscheidenden Momenten deutlich kaltschnäuziger. Ein bitterer Doppelschlag kurz vor Ende des Mitteldrittels brachte das Heimteam schliesslich auf die Siegerstrasse.
Starker Auftakt – doch die Tore fehlen
Der HCPH legte los wie die Feuerwehr und übernahm vom ersten Bully an das Spieldiktat. Die Bündner führten die feinere Klinge, kombinierten gefällig und setzten Herisau mit schnellen Angriffen immer wieder unter Druck. Der verdiente Lohn folgte schon früh: Nach Vorarbeit von Urech und Neurauter brachte Emmenegger den HCPH mit 0:1 in Führung.
Auch danach blieb der HCPH am Drücker und erspielte sich weitere ausgezeichnete Möglichkeiten. Doch das alte Lied wiederholte sich. Die Chancen waren da, die Tore blieben aus. Mehrfach bot sich die Gelegenheit, den Vorsprung auszubauen und die Partie frühzeitig in die gewünschten Bahnen zu lenken. Stattdessen schlug Herisau kurz vor der ersten Pause eiskalt zu. Nach einem schnellen Konter gelang dem Heimteam entgegen dem bisherigen Spielverlauf der Ausgleich zum 1:1. Ein Treffer, der den Spielverlauf etwas auf den Kopf stellte.
Doppelschlag sorgt für die Vorentscheidung
Im Mittelabschnitt entwickelte sich eine ausgeglichene und unterhaltsame Begegnung mit ausgezeichneten Torchancen auf beiden Seiten. Beide Mannschaften suchten den Weg nach vorne und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Die Partie wogte hin und her, doch trotz mehrerer vielversprechenden Möglichkeiten wollte vorerst kein weiterer Treffer fallen.
Als vieles bereits auf einen ausgeglichenen Spielstand auch nach 40 Minuten hindeutete, nahm die Begegnung aus Sicht des HCPH eine verhängnisvolle Wendung. Kurz vor der zweiten Pause nutzte Herisau zwei Gelegenheiten innerhalb kurzer Zeit und zog mit einem Doppelschlag auf 3:1 davon. Zwei Gegentreffer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, die den bisherigen Spielverlauf nur unzureichend widerspiegelten und den HCPH vor eine schwierige Aufgabe stellten.
HCPH rennt an – Herisau trifft
Wer nun glaubte, der HCPH würde sich seinem Schicksal ergeben, sah sich getäuscht. Die Gäste kamen entschlossen aus der Kabine, erhöhten nochmals das Tempo und warfen alles in die Waagschale, um die Begegnung doch noch zu drehen. Mit viel Einsatz und offensivem Druck erspielten sie sich weitere gute Abschlussmöglichkeiten. Doch wie verhext, die Scheibe wollte den Weg ins gegnerische Tor einfach nicht finden.
Während der HCPH vehement auf den Anschlusstreffer drängte, kam Herisau nur noch vereinzelt zu Entlastungsangriffen. Einer dieser mittlerweile selten gewordenen Konter führte jedoch zum vorentscheidenden 4:1. Bitterer hätte es für die Bündner kaum laufen können, denn dieser Treffer war ein Shorthander.
Dennoch bewies der HCPH Moral und kämpfte bis zum Schluss weiter. Gut drei Minuten vor der Schlusssirene gelang Neurauter nach schöner Vorarbeit von Baechler und Vojakov immerhin noch der Treffer zum 4:2. Mehr als Resultatkosmetik war dieser Treffer allerdings nicht mehr.
Die Effizienz bleibt die grosse Baustelle
Nach dem wichtigen Auswärtssieg in Reinach musste der HCPH damit bereits wieder einen Rückschlag hinnehmen. Besonders ärgerlich war die Niederlage, weil die Mannschaft über weite Strecken spielerisch durchaus zu überzeugen wusste und sich genügend Möglichkeiten erarbeitete, um die Begegnung zu ihren Gunsten zu entscheiden.
Doch einmal mehr zeigte sich das derzeit grösste Problem. Der HCPH betreibt einen enormen Aufwand, belohnt sich dafür aber viel zu selten. Während die Bündner ihre Torchancen reihenweise ungenutzt liessen, präsentierte sich Herisau vor dem Tor deutlich effizienter. Hinzu kamen defensive Unachtsamkeiten in entscheidenden Spielphasen, die letztlich den Unterschied ausmachten.
Die spielerischen Ansätze stimmen, auch Einsatz und Kampfbereitschaft lassen sich nicht absprechen. Doch davon allein lässt sich das Punktekonto nicht füllen. Will der HCPH in den kommenden Begegnungen wieder regelmässig punkten, braucht es vor dem gegnerischen Tor mehr Entschlossenheit und in der Defensive über die gesamte Spielzeit die nötige Konsequenz.
Denn so bitter die Niederlage in Herisau auch war, nicht die fehlenden Chancen sind das Problem, sondern die fehlenden Tore.