Wil – HCPH 1 : 4 (0:0/0:1/1:3)
HCPH-Torschützen: Lüthi (Amstutz); Däscher (Bucher); Tosio (Lüthi); Scherrer (Amstutz)
Der HCPH ist mit einem Ausrufezeichen in die Finalserie gestartet. Die Bündner gewannen die erste Begegnung auswärts gegen den favorisierten „Überflieger der Liga“ Wil mit 1:4 und legten damit die Grundlage für einen vielversprechenden Auftakt in dieses Playoff-Finale.
Beide Mannschaften begannen die Partie mit der im Final üblichen Vorsicht. Die Bedeutung des ersten Spiels war beiden Teams anzumerken, entsprechend stand zunächst die defensive Stabilität im Vordergrund. Fehler sollten möglichst vermieden, dem Gegner keine unnötigen Räume zugestanden werden. So entwickelte sich in der Anfangsphase ein intensives, aber über weite Strecken kontrolliertes Spiel, in dem Torchancen zunächst rar blieben.
Mit zunehmender Dauer fand der HCPH jedoch besser in die Partie. Die Bündner wirkten im Spielaufbau ruhiger, in den Zweikämpfen präsenter und in ihren Offensivaktionen zielstrebiger. Nach und nach gelang es ihnen, die Nervosität abzulegen und erste gefährliche Abschlüsse zu kreieren. Die beste Gelegenheit im Startdrittel bot sich Däscher, dessen Schuss nur knapp am Führungstreffer vorbeiging. Doch auch Wil meldete sich offensiv immer wieder an und suchte den Weg in die gefährlichen Zonen. Trotz beidseitiger Möglichkeiten blieb es nach den ersten 20 Minuten beim torlosen Unentschieden.
Auch im Mittelabschnitt änderte sich am Charakter der Begegnung zunächst wenig. Die Partie blieb von hoher Disziplin, taktischer Ordnung und einer konsequenten Defensivarbeit auf beiden Seiten geprägt. Zwar waren beide Teams darum bemüht, den erlösenden ersten Treffer zu erzielen, doch zwingende Abschlüsse blieben weiterhin die Ausnahme. Es brauchte schliesslich einen besonderen Moment, um die gut organisierten Defensivreihen zu überwinden. Nach einem Bully zog Lüthi entschlossen ab und brachte den HCPH mit einem sehenswerten Treffer mit 0:1 in Führung. Es war ein Tor, das dieser engen und umkämpften Partie eine neue Dynamik verlieh. Mit dem knappen, aber nicht unverdienten Vorsprung gingen die Bündner in die zweite Drittelpause.
Im Schlussdrittel erhöhte das Heimteam den Druck spürbar. Wil kam mit viel Energie aus der Kabine und wurde für diese Druckphase früh belohnt. Bereits nach 98 Sekunden fiel der Ausgleich zum 1:1. Damit war die Partie endgültig neu lanciert und die Spannung auf dem Eis greifbar. In dieser heiklen Phase zeigte der HCPH jedoch die Reaktion einer abgeklärten Mannschaft. Die Bündner liessen sich vom Gegentreffer nicht aus dem Konzept bringen, blieben strukturiert und fanden rasch die passende Antwort.
Däscher war es, der den HCPH mit seinem Treffer erneut in Führung brachte und seinem starken Auftritt die verdiente Krönung verlieh. Nur kurze Zeit später legte Tosio nach und erhöhte mit einem wirkungsvollen Doppelschlag auf 1:3. Dieser Zwei-Tore-Vorsprung zeigte Wirkung. Wil, während der Saison das dominierende Team der Liga, fand in dieser Phase kaum mehr Mittel gegen die kompakte, entschlossene und sehr konzentrierte Defensivarbeit des HCPH. Die Bündner verteidigten mit viel Einsatz, liessen nur wenig zu und spielten die Partie in der Schlussphase zunehmend souverän zu Ende.
Als das Heimteam kurz vor Schluss alles auf eine Karte setzte und den Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis nahm, nutzte der HCPH die sich bietende Gelegenheit konsequent. Scherrer traf ins leere Tor und sorgte damit für die endgültige Entscheidung. Mit dem 1:4-Auswärtssieg sicherten sich die Bündner nicht nur den ersten Erfolg in der Finalserie, sondern setzten zugleich ein deutliches Zeichen gegen den Qualifikationssieger.
Bereits am kommenden Samstag bietet sich dem HCPH die nächste grosse Möglichkeit. Um 17.30 Uhr steht in der Eishalle Grüsch das zweite Spiel dieser Finalserie auf dem Programm. Die Mannschaft darf dabei auf die Unterstützung ihres Heimpublikums zählen und hofft auf eine stimmungsvolle, lautstarke Kulisse. Gerade in einer derart entscheidenden Saisonphase kann der Rückhalt von den Rängen zu einem wichtigen Faktor werden.