EC Wil – HCPH 4:5 n. V. (1:2/0:1/3:1/0:1)
Eishalle Wil: 195 Zuschauer
Tore HCPH: 0:1 Amstutz (Lüthi, Bahar); 0:2 Lüthi (Vrabec, Hoffman); 1:3 Bucher (Neurauter, Naef); 4:4 Vrabec (Urech, Bahar); 4:5 A. Emmenegger
Strafen: EC Wil 3 x 2 Minuten; HCPH 3 x 2 Minuten
Was für ein Eishockeyabend aus Sicht des HCPH. Nach drei Niederlagen zum Saisonauftakt feierten die Bündner auswärts beim EC Wil einen ebenso überraschenden wie verdienten 4:5-Erfolg nach Verlängerung und sicherten sich damit die ersten beiden Meisterschaftspunkte. Dabei schien der HCPH eine zwischenzeitliche 1:3-Führung im turbulenten Schlussdrittel noch aus der Hand zu geben. Doch Vrabec rettete die Gäste mit dem Ausgleich ohne Torhüter in die Verlängerung, ehe A. Emmenegger mit einem sehenswerten Solo für den umjubelten Siegtreffer sorgte.
Blitzstart bringt Wil früh in Bedrängnis
Was für ein Auftakt für den HCPH! Nach drei Niederlagen zum Saisonstart erwischten die Bündner auswärts beim favorisierten Wil einen Start nach Mass. Gerade einmal gut zwei Minuten waren gespielt, da lagen die Gäste bereits mit 2:0 in Führung. Zunächst brachte Amstutz den HCPH nach Vorarbeit von Lüthi und Bahar in Front, ehe Lüthi auf Zuspiel von Vrabec und Hoffman wenig später nachdoppelte. Die Gastgeber wurden von diesem Blitzstart regelrecht überrumpelt.
Wils Trainer sah sich früh zum Handeln gezwungen und nahm bereits nach dem zweiten Gegentreffer sein Timeout. Die kurze Auszeit zeigte Wirkung: Nur gerade 90 Sekunden später gelang den Ostschweizern der Anschlusstreffer zum 1:2. Damit war die Partie nach einer turbulenten Anfangsphase wieder völlig offen.
In der Folge fanden die Gastgeber zunehmend besser in die Begegnung und übernahmen mehr und mehr das Spieldiktat. Der HCPH liess sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, hielt mit viel Einsatz dagegen und setzte seinerseits immer wieder gefährliche Nadelstiche in der Offensive. Die Bündner verstanden es, dem wachsenden Druck der Äbtestädter standzuhalten, ohne dabei ihre eigenen Angriffsbemühungen völlig zu vernachlässigen.
So entwickelte sich nach dem spektakulären Auftakt eine intensive und umkämpfte Begegnung, in der Wil zwar zunehmend die Initiative übernahm, der HCPH aber weiterhin geschickt dagegenhielt. Mit der knappen, aufgrund des effizienten Starts nicht unverdienten 1:2-Führung ging es schliesslich in die erste Pause.
Bucher sorgt für beruhigenden Vorsprung
Auch im Mittelabschnitt blieb die Partie umkämpft. Die Gastgeber versuchten, das Spieldiktat an sich zu reissen und den Rückstand wettzumachen. Doch der HCPH hielt dagegen und zeigte sich weiterhin gut organisiert. Statt sich ausschliesslich auf die Defensive zu konzentrieren, suchten die Bündner immer wieder ihre Möglichkeiten in der Offensive.
Diese Entschlossenheit wurde belohnt. Bucher traf nach Vorarbeit von Neurauter und Naef zum 1:3 und stellte damit den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Ein wichtiger Treffer, der den Gästen zusätzliches Selbstvertrauen verlieh und die Hoffnungen auf den ersten Saisonsieg weiter nährte.
In der Folge verstand es der HCPH, die Bemühungen des Heimteams weitgehend in Schach zu halten. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und viel Einsatz verteidigten die Bündner ihre Führung bis zur zweiten Pause. Nach 40 Minuten lag die Überraschung damit durchaus in der Luft.
Dramatische Wende – HCPH beweist Moral
Was nach 40 Minuten noch nach einem überraschenden Auswärtssieg für den HCPH ausgesehen hatte, entwickelte sich im Schlussdrittel zu einer regelrechten Zitterpartie. Die Gastgeber erhöhten nun den Druck und versuchten mit aller Macht, den Zwei-Tore-Rückstand wettzumachen. Die Bündner hielten zunächst dagegen, mussten aber rund zehn Minuten vor Schluss den Anschlusstreffer zum 2:3 hinnehmen.
Dieser Treffer verlieh den Ostschweizern zusätzlichen Auftrieb. Wil witterte nun seine Chance, während der HCPH zunehmend unter Druck geriet und Mühe bekundete, für die nötige Entlastung zu sorgen. Die Gastgeber drängten auf den Ausgleich und wurden fünf Minuten später tatsächlich belohnt. Mit dem 3:3 war die Partie wieder völlig offen, doch für die Bündner sollte es noch bitterer kommen.
Nur gerade eine Zeigerumdrehung später schlug Wil erneut zu und ging erstmals an diesem Abend mit 4:3 in Führung. Innerhalb von rund sechs Minuten hatten die Gastgeber die Begegnung komplett gedreht. Aus der vielversprechenden 1:3-Führung war für den HCPH plötzlich ein Rückstand geworden. Die ersten Meisterschaftspunkte schienen den Bündnern damit auf der Zielgeraden doch noch zu entgleiten.
Doch die Gäste bewiesen eindrücklich, dass sie sich an diesem Abend nicht so einfach geschlagen geben würden. Trotz des bitteren Doppelschlags mobilisierte der HCPH nochmals sämtliche Kräfte und suchte entschlossen den Weg zurück in die Partie. Die verbleibende Spielzeit wurde immer knapper, und so blieb den Bündnern schliesslich nur noch die Flucht nach vorne.
In der Schlussphase setzte der HCPH alles auf eine Karte und ersetzte seinen Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler. Das Risiko sollte sich auszahlen! Nach einem Schuss von Urech stand Vrabec goldrichtig und beförderte die Scheibe zum viel umjubelten 4:4-Ausgleich ins Netz.
Der Jubel bei den Gästen war entsprechend gross. Nach einer beinahe schon verloren geglaubten Partie hatte sich der HCPH mit einer beherzten Schlussoffensive doch noch in die Verlängerung gerettet. Der erste Meisterschaftspunkt war damit gesichert, doch die Bündner hatten an diesem denkwürdigen Abend noch nicht genug.
A. Emmeneggers Solo krönt einen denkwürdigen Abend
In der Verlängerung war die Spannung kaum mehr zu überbieten. Beide Mannschaften hatten den Sieg vor Augen, doch am Ende sollte ein Bündner für die Entscheidung sorgen.
A. Emmenegger fasste sich ein Herz, setzte zu einem sehenswerten Sololauf an und liess sich auf dem Weg zum gegnerischen Tor nicht mehr stoppen. Mit einem gekonnten Abschluss versenkte er die Scheibe zum 4:5-Siegtreffer und sorgte damit für grossen Jubel bei den Gästen.
Was für ein Abschluss einer turbulenten Begegnung! Nach einer frühen Zwei-Tore-Führung, dem zwischenzeitlichen 1:3 und einer beinahe schon verloren geglaubten Partie belohnte sich der HCPH doch noch mit dem ersten Saisonsieg.
Ein Sieg, der Mut macht
Nach drei Niederlagen zum Meisterschaftsauftakt ist dem HCPH mit diesem überraschenden Auswärtserfolg der erhoffte Befreiungsschlag gelungen. Die Bündner belohnten sich für ihren engagierten Auftritt und bewiesen, dass sie auch gegen einen starken Gegner bestehen können. Die ersten beiden Meisterschaftspunkte sind nicht nur ein verdienter Lohn, sondern auch ein wichtiges Signal für die kommenden Aufgaben. Nun gilt es, den gewonnenen Schwung mitzunehmen und an diese Leistung anzuknüpfen.