Martigny – HCPH 2 : 1 (0:1/2:0/0:0)
HCPH-Torschützen: Amstutz (Lüthi).
Zu viele Strafen kosten den HCPH eine bessere Ausgangslage. Nach der 2:1 Niederlage in der ersten Finalpartie liegen die Bündner in der Serie nun mit 1:0 zurück und stehen mit dem Rücken zur Wand.
Das mit Spannung erwartete erste Finalspiel um den 1. Liga Meistertitel hielt nur phasenweise, was es im Vorfeld versprochen hatte. Beide Mannschaften begegneten sich zu Beginn mit viel Respekt, agierten diszipliniert aus einer stabilen Defensive heraus und wollten in erster Linie keine Fehler begehen. Entsprechend war die Anfangsphase geprägt von Vorsicht und taktischer Disziplin.
Bereits nach gut vier Minuten mussten die Bündner die erste Unterzahlsituation überstehen. Dies gelang dem HCPH jedoch überzeugend und verlieh dem Team sichtlich Sicherheit. In der Folge fanden die Gäste immer besser in die Partie und wurden für ihren konzentrierten Auftritt in der Mitte des Startdrittels belohnt. Amstutz traf nach feinem Zuspiel von Lüthi zum wichtigen 0:1. Da der favorisierte Gastgeber aus dem Wallis auf diesen Rückstand zunächst keine Antwort fand, nahm der HCPH die knappe, aber nicht unverdiente Führung mit in die erste Pause.
Im Mitteldrittel veränderte sich das Bild auf dem Eis dann zusehends. Martigny erhöhte den Druck und verlagerte das Geschehen vermehrt ins Drittel der Bündner. Zwingende Torchancen blieben zunächst zwar Mangelware. Doch bei Spielmitte geriet der HCPH infolge einer längeren doppelten Unterzahl an die Belastungsgrenze. Gegen das bekannt starke Powerplay der Walliser war schliesslich kein Kraut gewachsen. Martigny nutzte die numerische Überlegenheit konsequent und glich zum 1:1 aus.
Trotz dieses Rückschlags liess sich der HCPH vorerst nicht aus dem Konzept bringen. Die Bündner verteidigten weiterhin leidenschaftlich, kompakt und mit grossem Einsatz. Kurz vor der zweiten Pause folgte jedoch die nächste, zumindest diskutable Strafe und erneut schlug Martigny eiskalt zu. Mit dem 2:1 drehte das Heimteam die Partie noch vor dem Gang in die Kabinen komplett.
Im Schlussdrittel stemmte sich der HCPH mit viel Charakter gegen die drohende Niederlage und suchte vehement den Ausgleich. Die Bündner investierten viel, kämpften aufopferungsvoll und liessen erkennen, dass sie dem Favoriten aus Martigny absolut ebenbürtig sind. Doch auch in dieser Phase bremsten weitere Strafen den HCPH aus und verhinderten so einen durchaus möglichen Ausgleichstreffer. So blieb es am Ende bei einer bitteren, aber keineswegs zwingenden 2:1-Niederlage.
Damit ist klar, der HCPH hat sich in dieser ersten Finalpartie durch die Vielzahl an Strafen um eine bessere Ausgangslage gebracht. Gleichzeitig dürfen die Bündner aus diesem Auftritt auch viel Positives mitnehmen. Über weite Strecken begegneten sie dem Überflieger der Westgruppe auf Augenhöhe und bewiesen, dass diese Finalserie alles andere als eine einseitige Angelegenheit ist.
Bereits am Samstag bietet sich in der Eishalle Grüsch nun die grosse Chance, die Antwort auf dem Eis zu liefern und die Serie wieder auszugleichen.