Wil – HCPH 4 : 2 (2:0/0:2/2:0)
HCPH-Torschützen: Amstutz (Bahar, Bucher); Tosio (Bahar, Lüthi).
Der HCPH kann den ersten „Matchpuck“ in Wil nicht nutzen und verliert die dritte Finalbegegnung mit 4:2. Damit verkürzt Wil in der Serie und sorgt dafür, dass es am Donnerstag in Grüsch zu einem vierten Playoff Finalspiel kommt.
Der HC Prättigau-Herrschaft hat es verpasst, die Finalserie vorzeitig zu entscheiden. In der dritten Finalbegegnung unterlagen die Bündner in Wil mit 4:2 und mussten damit den ersten Matchpuck ungenutzt verstreichen lassen. Nach einem völlig missglückten Start kämpfte sich der HCPH zwar eindrucksvoll in die Partie zurück und stellte die Begegnung zwischenzeitlich wieder auf Anfang, im Schlussabschnitt fehlte am Ende jedoch das letzte Quäntchen Konsequenz, um die Wende endgültig zu vollenden. Damit kommt es am Donnerstag in Grüsch zum vierten Spiel dieser packenden Finalserie.
Der Auftakt in die Partie missriet dem HCPH komplett. Von jener mutigen, temporeichen und leidenschaftlichen Spielweise, mit der die Bündner Wil in den ersten beiden Finalduellen immer wieder vor grosse Probleme gestellt hatten, war in den ersten Minuten wenig zu sehen. Der HCPH wirkte ungewohnt zögerlich, verlor zu viele Zweikämpfe und liess die sonst so spürbare Entschlossenheit im Spiel gegen die Scheibe vermissen. Wil hingegen war vom ersten Bully an präsent, aggressiv und zielstrebig und nutzte die Unsicherheiten eiskalt aus.
Bereits nach gut vier Minuten sah sich der HCPH mit einem 2:0-Rückstand konfrontiert. Ein denkbar schlechter Start für die Bündner, die damit früh unter Druck gerieten und sich schon in der Anfangsphase mit dem Rücken zur Wand wiederfanden. In dieser heiklen Situation brauchte es zunächst einige Minuten, bis der HCPH ins Spiel fand. Doch nach und nach stabilisierten sich die Gäste, fanden besser in die Zweikämpfe und konnten die Begegnung ausgeglichener gestalten. Zwar gelang es zunächst noch nicht, den Rückstand zu verkürzen, doch immerhin bekam der HCPH die Partie im weiteren Verlauf des Startdrittels besser in den Griff. So blieb es nach 20 Minuten beim 2:0 Rückstand aus Sicht der Bündner.
Was dann im Mittelabschnitt folgte, war allerdings die eindrucksvolle Reaktion einer Mannschaft, die in dieser Saison schon mehrfach ihre Moral und Widerstandskraft unter Beweis gestellt hat. Der HCPH kam wie verwandelt aus der Garderobe. Plötzlich war wieder Tempo im Spiel, die Pässe kamen präziser, die Laufwege stimmten, und vor allem agierten die Bündner nun mit jener Zielstrebigkeit, die sie in den bisherigen Finalspielen ausgezeichnet hatte.
Der Lohn für diese klare Leistungssteigerung folgte praktisch mit dem ersten Angriff. Gerade einmal 20 Sekunden nach Wiederbeginn erzielte Amstutz den wichtigen Anschlusstreffer zum 2:1 und brachte sein Team damit zurück in die Partie. Der Treffer wirkte wie ein Weckruf. Der HCPH übernahm nun mehr und mehr die Kontrolle, setzte Wil unter Druck und zwang das Heimteam zu Fehlern. Fünf Minuten später war es Tosio, der den verdienten Ausgleich zum 2:2 markierte und die Begegnung endgültig wieder offen gestaltete.
In dieser Phase war der HCPH die bessere Mannschaft. Die Bündner spielten mit deutlich mehr Überzeugung, liessen die Scheibe gut laufen und kamen dem Führungstreffer mehrfach gefährlich nahe. Wil hatte nun sichtlich Mühe, den Rhythmus des HCPH zu brechen, und musste dem hohen Tempo der Gäste immer wieder hinterherlaufen. Die Partie hatte sich gedreht, und der dritte Treffer für den HCPH lag spürbar in der Luft. Doch trotz guter Ansätze und einer starken Druckphase wollte der Führungstreffer nicht fallen. So ging es beim Stand von 2:2 in die zweite Pause.
Im Schlussdrittel änderte sich das Bild dann erneut. Beide Mannschaften agierten mit grosser Vorsicht und legten den Fokus klar auf defensive Stabilität. Es war spürbar, dass in dieser Phase niemand den entscheidenden Fehler machen wollte. Die Räume wurden enger, die Aktionen kontrollierter, und über weite Strecken neutralisierten sich beide Teams bereits in der Mittelzone. Klare Torchancen blieben entsprechend Mangelware, und vieles deutete darauf hin, dass am Ende ein einzelner Moment über Sieg und Niederlage entscheiden würde.
Genau ein solcher Moment trat rund zehn Minuten vor Schluss ein, allerdings aus Sicht des HCPH auf der falschen Seite. Den Bündnern unterlief in einer eigentlich kontrollierten Phase ein Fehler, den Wil konsequent ausnützte und zur erneuten Führung verwertete. Dieser Treffer traf den HCPH ins Mark, denn nach der starken Aufholjagd und dem dominanten Mittelabschnitt war die Hoffnung auf die Wende greifbar gewesen. Noch einmal versuchten die Gäste, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, doch diesmal gelang es nicht mehr, den Kopf ein weiteres Mal aus der Schlinge zu ziehen.
Als der HCPH in der Schlussphase alles nach vorne warf und auf den erneuten Ausgleich drängte, nutzte Wil die sich bietende Gelegenheit und traf kurz vor Schluss noch ins leere Tor zum 4:2-Endstand. Damit war die Entscheidung gefallen, und die Äbtestädter verkürzten in der Finalserie.
Trotz dieser Niederlage bleibt für den HCPH alles offen. Die Bündner haben insbesondere im Mittelabschnitt gezeigt, dass sie auch in schwierigen Momenten in der Lage sind, das Spiel an sich zu reissen und Wil unter Druck zu setzen. Nun gilt es, den Blick rasch wieder nach vorne zu richten. Bereits am Donnerstag bietet sich in Grüsch die nächste Gelegenheit, den entscheidenden Schritt zu machen und die Finalserie zu beenden.