Späte Wende bringt historischen «Dreier»

Johannes Kaufmann / Südostschweiz.ch - Montag, 16 Oktober 2017

Der HC Prättigau-Herrschaft hat am Samstag in der heimischen Eishalle Grüsch gegen Bellinzona den ersten Sieg nach 60 Minuten in der 1.Liga eingefahren. Ein besonderer Tag auch für Vereinsurgestein Andrin Siegrist.

Vereinstreue am Puck. Andrin Siegrist ist ein Schwungrad des HCPH.

                                                                   

Nach Spielende wurde es am Samstag in der wie immer bitterkalten Eishalle Grüsch den heimischen Spielern des HC Prättigau-Herrschaft und ihrem Anhang so richtig warm ums Eishockeyherz. Die Aufsteigerequipe hatte zuvor in den Schlussminuten – begünstigt auch durch eine doppelte Überzahl – den zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand gegen GDT Bellinzona durch Tore von Lukas Willi und Remo Käppeli in einen hochverdienten, aber hart erarbeiteten 3:2-Sieg verwandelt. Es war nach dem historischen Aufstieg in die 1.Liga der erste Sieg nach 60 Spielminuten.

Ein besonderer Tag nicht zuletzt für Andrin Siegrist, der diesem Verein seit dessen Gründung vor über 20 Jahren angehört und einst sämtliche Juniorenstufen durchlaufen hat. Siegrist wollte seine Emotionen nicht verbergen. Er sagte: «Dieser erste Sieg in der 1.Liga nach 60 Spielminuten machtmich sehr stolz.» Der 30-jährige Flügelstürmer erzählte von den langen Jahren seines Vereins in der 2.Liga. Ein Verein, der sich trotz zeitweiliger Dominanz auf dieser Stufe nicht zu einem Aufstieg in die 1.Liga durchringen konnte. Erst durch die Reform der Spielklassen wurde die Liga für denHCPH finanzierbar und somit auch lukrativ. «Mit dem Aufstieg wurde ein Traum für mich wahr», sagte Siegrist.

 

Fehlende Effizienz

 

Für den ersten «Dreier» mussten Siegrist und seine Kollegen einen enormen Aufwand betreiben. Die Heimmannschaftvon Langzeittrainer Dusan Halloun hielt das Tempo mit vier Linien zwar hoch, erwies sich im Abschluss aber als harmlos. Der Puck wollte trotz emsiger Bemühungen und besten Möglichkeiten nicht den Weg vorbei am tadellosen Gästekeeper Mattia Canepa ins Tor finden. «Die Gegner lassen sich nicht mehr einfach so überrennen wie in der 2.Liga, die Partien sind mehr von der Taktik geprägt. Darauf müssen wir uns einstellen», sagte Siegrist. Halloun sah derweil fürs Unvermögen im Abschluss keinen Zusammenhang mit der höheren Liga. Er sagte: «Wir müssen relativ viele neue Spieler integrieren. Dies braucht Zeit. Und selbstverständlich sind in dieser Liga die Torhüter besser als in der 2.Liga.» Seine Equipe habe zudem durch die vielen Strafen ihre Stärke – das Spiel bei Vollbestand – nicht ausspielen können.

Nach dem Sieg über den Tabellennachbarn aus dem Tessin dürfen Halloun und seine Spieler mit neuem Schwung weiterarbeiten. Siegrist verwies nochmals auf die höheren Anforderungen der 1.Liga und hielt abschliessend fest: «Dieser spät fixierte Sieg ist viel wert. Das verleiht uns enorm viel Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.»